Der Rechner für deine Eigentumswohnung als Kapitalanlage
Bevor du eine Eigentumswohnung kaufst und vermietest, prüfst du mit dem Rechner, ob sie sich trägt. Du siehst, wie viel Kapital du insgesamt brauchst, wie viel davon Eigenkapital ist und was nach Rate, nicht umlagefähigem Hausgeld und Rücklagen jeden Monat übrig bleibt oder fehlt.
Woran sich eine Eigentumswohnung als Kapitalanlage misst
Ob eine Immobilie als Kapitalanlage trägt, lässt sich weder am Kaufpreis noch an der Mietrendite allein ablesen. Es entscheidet sich an zwei Zahlen. Die erste ist die Summe, die du vor dem Kauf aufbringen musst. Die zweite ist der Betrag, der nach Zins, Tilgung, nicht umlagefähigem Hausgeld, Rücklagen und Steuern jeden Monat übrig bleibt oder fehlt.
Beide Zahlen ermittelt der Immobilienrechner von Immo-Rechner24. Ein Assistent führt dich in zwölf Schritten vom Objekt über Kaufpreis und Kaltmiete, Kaufnebenkosten, Investitionen und Finanzierung bis zu Bewirtschaftung, Zinsbindung, Abschreibung und Steuersatz. Jede Eingabe wirkt sofort auf das Cockpit. Dort stehen die Gesamtinvestitionskosten, also dein Kapitalbedarf, und das nötige Eigenkapital. Außerdem zeigt das Cockpit den Kapitaldienst pro Monat, also deine Rate an die Bank, und den Cashflow nach Steuern mit den Posten, aus denen er entsteht. Du rechnest in deinem eigenen Konto; auch für den Gratis-Tarif bestätigst du dafür einmal deine E-Mail-Adresse.
Die Rechnung gilt für Kauf und Vermietung auf beiden Wegen: Du kaufst eine leere Eigentumswohnung und vermietest sie neu, oder du kaufst eine bereits vermietete Wohnung. Im zweiten Fall setzt du die Kaltmiete aus dem laufenden Mietvertrag an, denn der Vertrag geht mit dem Eigentumswechsel auf dich über (§ 566 BGB). Eine spätere Mieterhöhung richtet sich nach den gesetzlichen Regeln, nicht nach deiner Kalkulation.
So prüfst du in sechs Schritten, ob sich eine Eigentumswohnung als Kapitalanlage lohnt:
- Kapitalbedarf ermitteln: Kaufpreis + Kaufnebenkosten + Sofortmaßnahmen + Sonderumlagen.
- Eigenkapitalbedarf bestimmen: Kapitalbedarf − Darlehen.
- Monatsrechnung aufstellen: Kaltmiete − Bewirtschaftung − Zinsen − Tilgung = Cashflow vor Steuern.
- Steuerliche Wirkung einrechnen: Den Cashflow nach Steuern schätzt der Rechner mit einer Näherung deines persönlichen Grenzsteuersatzes.
- Belastungsprobe machen: Trägt die Rechnung auch ohne Wertsteigerung und mit einer teureren Anschlussfinanzierung?
- Liquiditätsreserve abgleichen: Reicht dein Polster für Leerstand, Nachzahlungen und Sonderumlagen?
Kaufnebenkosten berechnen und Kapitalbedarf ermitteln
Der Kaufpreis ist nur ein Teil dessen, was du aufbringen musst. Hinzu kommen die Kaufnebenkosten: die Grunderwerbsteuer nach dem Satz deines Bundeslands, die Kosten für Notar und Grundbuch und gegebenenfalls die Maklerprovision. Grunderwerbsteuer und Maklerprovision sind Prozentsätze vom Kaufpreis. Die Kosten für Notar und Grundbuch richten sich nach einer gesetzlichen Gebührentabelle; für die Planung setzt man sie meist ebenfalls als Prozentsatz an. Die Summe der Sätze, angewendet auf den Kaufpreis, ergibt eine Schätzung deiner Kaufnebenkosten.
Nach diesem Schema rechnest du in Schritt 3 „Kaufnebenkosten“. Dort wählst du dein Bundesland und damit den Grunderwerbsteuersatz. Gleiche ihn mit dem aktuellen Satz deines Landes ab. Makler, Notar und Grundbuchamt sind mit Prozentwerten vorbelegt, dazu kommt ein Feld für sonstige Kosten. Passe die Werte an dein Objekt an und gleiche sie mit der Kostenschätzung des Notars und dem Exposé ab.
Zum Kapitalbedarf gehören außerdem Maßnahmen direkt nach dem Kauf, etwa Renovierung, neue Böden oder eine Küche. Dazu kommen Sonderumlagen, die die Eigentümergemeinschaft beschlossen hat oder die absehbar sind. Beides erfasst du in Schritt 4 „Investitionen“ in den Feldern „Maßnahmen sofort nach Kauf“ und „Geplante Sonderumlagen“. Daraus ergibt sich der Kapitalbedarf insgesamt: Kaufpreis + Kaufnebenkosten + Sofortmaßnahmen + Sonderumlagen.
Das Darlehen gibst du in Schritt 5 „Finanzierung“ als Anteil am Kaufpreis an. Die Differenz zwischen Kapitalbedarf und Darlehen ist dein Eigenkapitalbedarf; Schritt 6 „Rate & Eigenkapital“ zeigt ihn zusammen mit deiner Rate an die Bank. Weil sich das Darlehen dabei am Kaufpreis bemisst, erhöht jeder Euro für Kaufnebenkosten, Sofortmaßnahmen oder Sonderumlagen deinen Eigenkapitalbedarf um denselben Betrag.
Beispielrechnung mit angenommenen Werten
Alle Zahlen auf dieser Seite beziehen sich auf dieselbe Beispielwohnung. Die Werte sind angenommen und stehen für kein bestimmtes Objekt.
- Wohnung mit 72 m² Wohnfläche, Kaufpreis 250.000 €, Kaltmiete 900 € im Monat
- Kaufnebenkosten angenommen 25.000 €, das sind 10 % des Kaufpreises; keine Sofortmaßnahmen, keine Sonderumlagen
- Darlehen über 80 % des Kaufpreises, also 200.000 €, mit 3,5 % Sollzins und 2 % anfänglicher Tilgung
- Nicht umlagefähiges Hausgeld 60 € im Monat, eigene Instandhaltungsrücklage 12 € je m² und Jahr, Rücklage für Mietausfall 2 % der Kaltmiete
Der Kapitalbedarf beträgt 250.000 € + 25.000 € = 275.000 €. Abzüglich des Darlehens von 200.000 € brauchst du 75.000 € Eigenkapital. Es deckt die Kaufnebenkosten und 20 % des Kaufpreises.
Willst du das Beispiel im Rechner nachstellen, beachte drei Dinge. In Schritt 3 „Kaufnebenkosten“ setzt du den Maklersatz so, dass die Sätze zusammen 10 % ergeben. Die vorbelegten Maßnahmen sofort nach Kauf setzt du in Schritt 4 „Investitionen“ auf 0 €. Und das Cockpit zeigt die Beträge in vollen Euro, diese Seite rechnet auf den Cent.
Überschuss oder Unterdeckung: die Rechnung pro Monat
Ob die Wohnung sich trägt, zeigt die Monatsrechnung: Kaltmiete minus Bewirtschaftung minus Zinsen minus Tilgung ergibt den Cashflow vor Steuern. Die Bewirtschaftung trägst du in Schritt 7 „Bewirtschaftung“ in drei Posten ein: das nicht umlagefähige Hausgeld, die eigene Instandhaltungsrücklage und die Rücklage für Mietausfall. Was zu diesen Posten gehört und wie sie die Nettomietrendite mindern, steht unter Mietrendite berechnen. Im Cockpit stehen Kaltmiete, Bewirtschaftung, Zinsen, Tilgung und Steuern untereinander; darüber steht als Ergebnis der Cashflow nach Steuern.
Für die Beispielwohnung sieht die Rechnung im ersten Jahr so aus:
| Posten | Pro Monat |
|---|---|
| Kaltmiete | 900,00 € |
| − nicht umlagefähiges Hausgeld | 60,00 € |
| − eigene Instandhaltungsrücklage (12 € × 72 m² ÷ 12 Monate) | 72,00 € |
| − Rücklage für Mietausfall (2 % der Kaltmiete) | 18,00 € |
| = nach Bewirtschaftung | 750,00 € |
| − Zinsen (3,5 % von 200.000 € ÷ 12 Monate) | 583,33 € |
| − Tilgung (2 % von 200.000 € ÷ 12 Monate) | 333,33 € |
| = Cashflow vor Steuern | −166,67 € |
Werte für das erste Jahr. Die Ergebnisse sind aus ungerundeten Werten berechnet und auf den Cent gerundet; Abweichungen um einen Cent entstehen durch Rundung. Die Steuerwirkung ist nicht enthalten, weil sie von deinem Einkommen abhängt.
Zinsen und Tilgung ergeben zusammen den Kapitaldienst, also deine Rate an die Bank: 5,5 % von 200.000 € geteilt durch zwölf, das sind 916,67 € im Monat.
Eine Unterdeckung schließt den Kauf nicht automatisch aus. Rechnerisch bliebe ohne Tilgung ein Überschuss von 166,67 €. Die Tilgung ist kein Aufwand: Sie zahlt dein Darlehen zurück und senkt Monat für Monat deine Restschuld. Entscheidend ist, ob du den Fehlbetrag dauerhaft tragen kannst.
Die Bruttomietrendite der Beispielwohnung liegt bei 4,32 %: 10.800 € Jahreskaltmiete geteilt durch 250.000 € Kaufpreis. Zins, Tilgung und Steuer kommen in dieser Kennzahl nicht vor; sie ersetzt die Monatsrechnung deshalb nicht.
Danach kommt die Steuer. Steuerlich zählen die Mieteinnahmen abzüglich der Werbungskosten, vor allem Schuldzinsen und die Abschreibung auf den Gebäudeanteil. Die Tilgung gehört nicht dazu. Ein steuerlicher Verlust mindert deine Steuerlast, ein Überschuss erhöht sie. Der Rechner schätzt diese Wirkung mit einer Näherung deines persönlichen Grenzsteuersatzes und zeigt den Cashflow nach Steuern. Dafür gibst du in Schritt 11 „Steuersatz“ dein zu versteuerndes Einkommen und die Art der Veranlagung an, sonst rechnet er mit vorbelegten Werten. Das Ergebnis ersetzt keine Steuerberatung. Was steuerlich zählt, steht unter Steuervorteile und Finanzierung.
Checkliste vor dem Notartermin
Rechne nüchtern, solange du noch Nein sagen kannst. Lass dir die Unterlagen der Eigentümergemeinschaft vom Verkäufer geben, übertrage die Zahlen in den Rechner und prüfe deine eigene Vorsorge.
- Hausgeld: Wirtschaftsplan und letzte Hausgeldabrechnung (Jahresabrechnung) zeigen, wie sich das Hausgeld aufteilt. Den umlagefähigen Teil zahlt dein Mieter über die Nebenkostenvorauszahlung. Der nicht umlagefähige Teil bleibt bei dir, etwa die Verwaltung und die Zuführung zur Erhaltungsrücklage; ihn trägst du in Schritt 7 „Bewirtschaftung“ ein.
- Erhaltungsrücklage der Gemeinschaft: Sie finanziert Arbeiten am Gemeinschaftseigentum wie Dach, Fassade, Treppenhaus oder Heizungsanlage. Setze ihre Höhe ins Verhältnis zu Alter und Zustand des Gebäudes und zu den Arbeiten, die anstehen.
- Sonderumlagen: Reicht die Rücklage nicht, kann die Gemeinschaft eine Sonderumlage beschließen. Frage nach beschlossenen und absehbaren Umlagen und trage sie in Schritt 4 „Investitionen“ unter „Geplante Sonderumlagen“ ein.
- Protokolle der Eigentümerversammlungen: Die Protokolle der letzten Jahre und die Beschluss-Sammlung zeigen, welche Maßnahmen beschlossen, vertagt oder umstritten sind.
- Mietvertrag: Ist die Wohnung vermietet, prüfe Kaltmiete, Nebenkostenvorauszahlung, Mietbeginn und mögliche Rückstände.
- Eigene Rücklage: Für das, was in deiner Wohnung allein dir gehört, etwa Bodenbeläge, Innentüren oder Sanitärausstattung, sorgst du selbst vor. Dafür ist in Schritt 7 „Bewirtschaftung“ die eigene Instandhaltungsrücklage da. Die Erhaltungsrücklage der Gemeinschaft bezahlst du schon mit dem Hausgeld, in die eigene Rücklage gehört sie nicht.
- Liquiditätsreserve: Halte neben dem Eigenkapital Geld für Leerstand, Nachzahlungen aus der Hausgeldabrechnung und Reparaturen bereit, damit eine Unterdeckung dich nicht in Bedrängnis bringt.
Was die Rechnung nicht für dich entscheidet
Für die Jahre nach dem Kauf setzt der Rechner feste Steigerungen von je 1 % pro Jahr für Miete, Immobilienwert und Bewirtschaftungskosten an. Einstellen lassen sie sich nicht; mehr dazu unter feste Annahmen der Hochrechnung. Mach deshalb die Belastungsprobe aus der Schrittfolge oben, bevor du dich auf die Hochrechnung stützt. Zu ihr gehört auch dein Zinsänderungsrisiko nach der Zinsbindung.
Lage, Zustand des Gebäudes, die Mietentwicklung vor Ort und die Verfassung der Eigentümergemeinschaft bewertet keine Formel. Das Ergebnis ist eine Modellrechnung auf Grundlage deiner Annahmen, keine Renditezusage und keine Steuer- oder Finanzierungsberatung.
Ab dem Pro-Tarif speicherst du deine Rechnungen als Projekte, und die Investitionsanalyse als PDF fasst das Ergebnis auf einer A4-Seite zusammen. Was die einzelnen Tarife enthalten, steht unter Preise und Tarife. Wie Makler und Berater denselben Rechner im Kundengespräch einsetzen, zeigt die Seite Immobilienrechner für Makler.
Häufige Fragen
Ab wann lohnt sich eine Eigentumswohnung als Kapitalanlage?
Eine feste Renditeschwelle gibt es nicht. Entscheidend sind diese Fragen: Ist der Cashflow nach Steuern dauerhaft tragbar? Geht die Rechnung auch ohne Wertsteigerung auf? Bleibt sie tragfähig, wenn die Anschlussfinanzierung teurer wird? Reicht deine Liquiditätsreserve für Leerstand und Sonderumlagen? Passt die Haltedauer zu deiner Planung? Und ist die Lage langfristig vermietbar? Ein leicht negativer Cashflow kann vertretbar sein, wenn du ihn bewusst und dauerhaft trägst.
Wie viel Eigenkapital brauche ich für eine Kapitalanlage?
Das hängt von Kaufpreis, Kaufnebenkosten, Sofortmaßnahmen, Sonderumlagen und der Darlehenshöhe ab. Die Kaufnebenkosten kommen meist aus Eigenkapital, weil sich das Darlehen am Wert der Immobilie orientiert und die Nebenkosten diesen Wert nicht erhöhen. Mehr Eigenkapital senkt Darlehen und Zinslast, bindet aber Geld, das dir sonst als Reserve bliebe. In der Beispielrechnung auf dieser Seite, einer Wohnung für 250.000 € mit angenommenen 25.000 € Kaufnebenkosten und 80 % Darlehen, sind es 75.000 €. Der Rechner zeigt den Eigenkapitalbedarf als Differenz aus Kapitalbedarf insgesamt und Darlehen.
Geht eine Kapitalanlage-Immobilie ohne Eigenkapital?
Möglich ist es: Manche Finanzierungen decken den vollen Kaufpreis oder zusätzlich einen Teil der Nebenkosten. Sie sind in der Regel teurer und werden strenger geprüft, und es fehlt der Puffer, wenn Miete ausfällt oder der Wert sinkt. Im Rechner stellst du in Schritt 5 „Finanzierung“ die Darlehenshöhe auf bis zu 110 % des Kaufpreises und siehst sofort, wie Rate, Eigenkapitalbedarf und monatlicher Cashflow reagieren.
Was kostet mich die Wohnung monatlich?
Von der Kaltmiete gehen der nicht umlagefähige Teil des Hausgelds, deine eigene Instandhaltungsrücklage, ein Mietausfallwagnis sowie Zins und Tilgung ab. Danach folgt die steuerliche Wirkung. Den umlagefähigen Teil des Hausgelds zahlt dein Mieter über die Nebenkostenvorauszahlung, deshalb wird er nicht abgezogen; der Rechner fragt in Schritt 7 „Bewirtschaftung“ nur den nicht umlagefähigen Teil ab. Steht die Wohnung leer, trägst du das gesamte Hausgeld selbst.
Welche Kaufnebenkosten fallen beim Kauf einer Eigentumswohnung an?
Die Grunderwerbsteuer, deren Satz jedes Bundesland selbst festlegt, die Kosten für Notar und Grundbuch und gegebenenfalls eine Maklerprovision. Hat der Verkäufer den Makler beauftragt oder haben ihn beide Seiten beauftragt, trägst du als Verbraucher höchstens die Hälfte der Provision (§§ 656c, 656d BGB). Im Rechner fließt die Summe in deinen Kapitalbedarf. Gleiche die vorbelegten Werte vorher mit der Kostenschätzung des Notars, dem Exposé und dem aktuellen Grunderwerbsteuersatz deines Landes ab.
Wer zahlt eine Sonderumlage, wenn ich eine Eigentumswohnung kaufe?
Gegenüber der Eigentümergemeinschaft zahlt, wer bei Fälligkeit als Eigentümer im Grundbuch steht, auch wenn die Umlage vor dem Kauf beschlossen wurde (BGH, Urteil vom 15. Dezember 2017, V ZR 257/16). Wer sie wirtschaftlich trägt, können Käufer und Verkäufer im Kaufvertrag anders regeln. Frage deshalb vor dem Notartermin nach beschlossenen Umlagen und ihrer Fälligkeit.